Toshogu-Schrein, Nikko

Mausoleen, Tempel und verwunschene Steinfiguren in Nikko

"Sage nicht kekko (Spitze!) bevor du Nikko gesehen hast" – lautet ein japanisches Sprichwort. Spitze, das ist in Nikko vor allem das Mausoleum des größten japanischen Shoguns, Tokugawa Ieyasu - und deshalb ist Nikko auch ein Must-See auf jeder Japanreise. Am besten besucht man Nikko in einem langen Tagesausflug von Tokyo aus.

Was gibt es zu sehen?

Die Hauptsehenswürdigkeiten befinden sich ca. 1,5 km leicht talaufwärts vom Bahnhof entfernt (es verkehren auch Ortsbusse vom Bahnhof). Am Ortsende kreuzt die Hauptstraße bei der "Götterbrücke" (Shinkyo) den Fluss – und ab hier reihen sich die Besichtigungspunkte aneinander. Am nächsten bei der Brücke steht der Tempel Rinno-ji mit drei riesigen Buddha-Statuen. Hauptziel der Besucher ist aber der dahinterliegende Tōshōgū-Schrein-Komplex. Der Tōshōgū ist Mausoleum, Ahnentempel und Götterschrein in einem, für Japans größten Herrscher Tokugawa Ieyasu, der im 17. Jh. die Dynastie der Tokugawa an die Macht gebracht hat und eine mehrere Jahrhunderte währende Friedensperiode einleitete. Seine Nachfahren ließen sich nicht lumpen und bauten einen Mausoleumskomplex in den Hang, der, nun eben "kekko" ist: spitze!

Vom prunkvollen Ahnenschrein selbst über gleich mehrere höchst barock dekorierte Tore bis hin zum Pferdestall, an dem die berühmte Szene mit den drei Affen ("nichts Böses hören, sehen oder sagen") eingeschnitzt ist – kein Stückchen Fläche blieb unverziert! Von einem Deckengemälde "heult" eindrücklich ein Drache, und wer mag, kann die steilen Stufen zum eigentlichen Grab erklimmen: Eine schlichte schwarze Pagode inmitten bis zu 400 Jahre alter Zedern.

Toshogu affen

Toppen lässt sich die Anlage des Tōshōgū nicht – doch wer noch mehr Mausoleum will, geht anschließend zum Taiyu-in, dem Mausoleum von Tokugawa Ieyasus Enkel. Genauso farbenprächtig, aber kleiner und weniger besucht. Eher ruhig geht es auch am Futarasan-Jinja zu, dem Schrein für den hiesigen Berggott. Und bisher noch ein Geheimtipp sind die moosüberwachsenen Stein-Buddhas von Kanmangafuchi auf der anderen Flussseite (ca. 20 Minuten Fußweg).

Ausflug zum Chuzenji-ko

Die beiden Mausoleen liegen zwar schon im Nikko Nationalpark, aber für einen Ausflug in die Natur sollte man noch 800 m höher hinauffahren zum Chuzenji-ko, einem schön gelegenen See unterhalb des Vulkans Nantai-san. Der Bus fährt etwa 3x pro Stunde (ca. 45 Minuten) in zahlreichen Kehren hinauf bis zum Ort Chuzenji-Onsen. Das Flüsschen, das den See entwässert, stürzt dort als fast 100 m hoher Kegon-Wasserfall in die Tiefe. Am Seeufer stehen außerdem ein weiterer Schrein und ein Tempel. Weil der See Chuzenjiko auf über 1200 m liegt, erlebt man hier die herbstliche Laubfärbung viel früher als anderswo, und die Kirschen blühen oft noch einen Monat später als etwa in Tokyo. Speziell an Herbstwochenenden ist der Verkehr auf der kurvigen Straße daher manchmal zähfließend – bei der Zeitplanung berücksichtigen!

m 157867

Im Sommer kann man den 2484 m hohen Nantai-san auch besteigen (Zeitaufwand: ein ganzer Tag).

Anfahrt

Am einfachsten und kostengünstigsten ist die Anreise per Zug: Von Asakusa fährt die Privatbahn Tobu-Nikko in knapp zwei Stunden (meist mit Umsteigen in Shimo-Imaichi) nach Nikko (2700 ¥, Express). Die wesentlich teurere (und nicht schnellere) Anfahrt per JR über Utsunomiya lohnt sich nur für Inhaber des Japan Rail Pass.

Tobu bietet auch spezielle Pässe für Touristen an, mit denen man – etwa zum Preis der reinen Bahnfahrt – auch die Busse in Nikko benutzen kann. http://www.tobu.co.jp/foreign

Kulinarik

Unbedingt probieren sollte man die Yuba Soba. Yuba ist gewissermaßen die Sahnehaut der Tofumilch – zahlreiche Restaurant bieten Gerichte mit Yuba an. Wie wäre es mit einer Schale Buchweizennudeln (Soba) mit Yuba zu Mittag?

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